Reiseblog Travel Sisi

Indien ist ein magisches Land. So viel Farbe, so viel Neues, so viele Menschen, so viel Spezielles und natürlich auch so viele Kühe. Indien ist Erlebnis pur! Ich war schon in einigen Ecken des Landes und meine Reise nach Varanasi wird bestimmt ein ganz spezielles Highlight bleiben. Varanasi ist die heilige Stadt am Ganges.

Inder am Ganges Varanasi

Nach hinduistischer Vorstellung gilt es als besonders verdienstvoll, wenigstens einmal im Leben Varanasi zu besuchen. Ein Bad im heiligen Fluss soll sogar von Sünden rein waschen. Es wird nicht nur gebadet, sondern auch von dem heiligen Wasser getrunken. Kurz vor meiner Abreise habe ich eine Reportage über die Wasserqualität des Ganges gesehen. Das Wasser ist nicht nur stark verschmutzt, sondern soll sogar toxisch sein. Der Reporter hatte es den Indern mit Bad und Trinken gleich getan und musste am nächsten Tag schleunigst vom Arzt behandelt werden.

Noch nie war ich an einem Ort so intensiv mit Leben und Tod konfrontiert. Für Inder ist es besonders gut, wenn man hier am Ganges sterben kann. Beim Shoppen in einer engen Gasse rennt plötzlich eine Trauerfamilie mit einer aufgebahrten Leiche an mir vorbei. Wenige Meter weiter stehe ich vor Unmengen von Holz.

Varanasi Holz

Ich lese im Reiseführer, dass je nach Vermögen die Familie des Toten das Holz für die Verbrennung ausgewählt wird. Das Verbrennen der Leichen legt einen süsslichen Geruch über die Stadt. Von der Weite beobachte ich eine der Verbrennungen und setze mich auf die Stufen des Ghats. Ein freundlicher Inder bietet mir einen Chai an. Teetrinken während der Trauerfeier? Er strahlt mich fröhlich an und ich akzeptiere deshalb das leckere Getränk gerne. Nach ein paar Schlücken schaue ich mir seinen provisorischen Verkaufswagen genauer an. Wo hat er denn nur das Wasser für seinen Tee her? Da sehe ich ihn auch schon Wasser aus dem Ganges schöpfen.

Für meinen Reisepartner kommt es noch besser: Ein Inder verspricht ihm eine kostenlose Nackenmassage und lässt nicht locker bis er auf dem Boden liegt und sich auf dem farbenfrohen Teppich massieren lässt. Der Platz wird gerade mit einem Wasserschlauch geputzt und das Wasser spritzt unkontrolliert durch die Gegend und genau in seinen Mund! Mein Blick wandert den Schlauch ab und dieser endet – natürlich – im Ganges. Der Inder sieht unsere Bedenken und beruhigt uns lachend: „Don’t worry! It’s holy water!“

Früh am nächsten Morgen werden wir in einem kleinen alten Holzboot den Ganges entlang gerudert. Es ist stockdunkel als unser Boot ablegt. Eine Frau fährt mit ihrem Boot zu unserem und reicht mir eine Kerze auf einer Blüte. Eine Gabe für die Göttin Ganga. Ich gebe ihr etwas Geld, zünde meine Kerze an und lasse sie in der Dunkelheit aufs Wasser gleiten. Mein Licht vereint sich mit vielen weiteren, die zusammen flussabwärts treiben. Am Horizont geht nun langsam die Sonne auf und wirft ein wärmendes Licht über die heilige Stadt.

Im ersten milden Licht des Tages werden auch die Ghats ersichtlich. Ich beobachte, wie sich die Pilger im Fluss waschen, vom Wasser trinken und heilige Rituale durchführen. Manche waschen auch einfach ihre Kleider im heiligen Wasser oder baden ihre Kühe.

Varanasi Pilgeram Ganges

So früh am Morgen sind schon so viele Menschen unterwegs und doch liegt eine gewaltige und wunderschöne Ruhe über dieser Stadt. Eine herrliche und ziemlich ungewöhnliche Atmosphäre im sonst chaotischen Indien.

Varanasi die Stadt am Ganges

Vielleicht sorgt aber auch das heilige Wasser in meinem Magen für diese Entspannung. 

Cheers,
Eure Travel Sisi

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