Reiseblog Travel Sisi

Ich war vor einigen Wochen in Namibia unterwegs und wir hatten die Holperpiste von Swakopmund Richtung Sossusvlei mit Bravour in unserem nicht wirklich Sandpistenfähigen Auto gemeistert. Der Pass, den wir dann auf dem Abzweiger zur Namibgrens Gästefarm überqueren mussten, war einmalig steil und ein richtiges Highlight.

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Nicht nur die Anfahrt ist ein Erlebnis, sondern auch die kreativ in die Felsen gebaute Campsite. Die herrliche Ruhe und die weite Aussicht über die Ebene ist Genuss pur. Kein Mensch weit und breit und über uns bald der herrliche Sternenhimmel.

Am nächsten Tag muss natürlich die schöne Gegend erkundet werden. An der Rezeption der Farm werde ich mit einer tollen Wanderkarte ausgestattet. Wir entscheiden uns für eine der kürzeren Touren, die ungefähr 2-3 Stunden dauern soll. Unser Hund wedelt freudig mit dem Schwanz und die Besitzerin der Farm gibt uns auch noch ihre beiden Rhodesian Ridgebacks mit auf den Trip. So wandern wir fröhlich zu fünft los durch die herrliche Namibische Landschaft. Die Wanderwege auf Namibias Farmen sind ja meistens sehr kreativ und sorgfältig ausgeschildert. Für uns geht es dieses Mal den handgemalten „Dassies“ nach.

P1130884Für alle, die nicht wissen, was das für ein Tier ist: Der Dassie heisst auf deutsch „Klippschliefer“ und ist sozusagen das Afrikanische Murmeltier. Witzig ist, dass dieses putzige Tier mit dem Elefanten verwandt ist. Und das ist jetzt wirklich kein Witz!

Die Aussichten unterwegs bleiben unvergesslich. Bei jedem Besuch von Namibia staune ich über die unglaubliche Weite und kann mich an den vielen Ausblicken gar nicht satt sehen.

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Die zwei Farmhunde rasen durch die Landschaft wie richtige Locals. Überall schnuppern sie oder scheuchen verängstigte Dassies oder auch mal einen hübschen Springbok davon. Auch ein Zaun kann sie nicht von ihrem Weg abhalten. Der eine quetscht sich locker durch ein winziges Loch, der andere springt flink darüber. Das haben die zwei wohl trainiert. Unseren Hund müssen wir über den Zaun heben. Ein City Slicker eben :-). Einer der beiden Ridgebacks findet unterwegs auch noch ein frisch gerissenes Schaf. Gierig beisst er ein paar letzte Stückchen aus dem Tier und wir müssen mit einem Hund mit blutverschmierter Schnauze und einem Knochen im Mund weiter wandern! Bald haben wir die Hälfte des Trips überschritten und sind gemäss Karte auf dem letzten Drittel der Wanderung. Wir haben gerade den Weg ein wenig verloren. Das Gras ist einfach zu hoch. Die Farmhunde sind uns aber immer ein paar Schritte voraus und scheinen den Weg zu kennen.

Plötzlich bleiben sie abrupt stehen und machen einen riesigen Satz rückwärts! Was ist denn jetzt los? Wir bleiben erschreckt stehen. Was haben die zwei nur gesehen? Wir schauen uns um, aber es istnichts zu sehen oder zu hören. Vor uns hat es nur viel trockenes Gras und weiter vorne dann einen Baum. Liegt da vielleicht etwas unter dem Baum? Die Hunde haben in der Zwischenzeit schon umgedreht und sind auf dem Weg nach Hause. Aber wir wollen natürlich nicht umdrehen, denn das wäre ja viel weiter. Was können wir tun? Wir werfen mal vorsichtig ein paar kleine Steine in Richtung Baum. Es rührt sich nichts. Ich rede mit den Hunden und will sie zum Weiterwandern bewegen. Das funktioniert aber nicht. Die zwei machen keine Bewegung in diese Richtung und drehen immer wieder um. Was macht diesen Hunden so viel Angst? Diesen riesengrossen Tieren, die in Rhodesien früher zur Löwenjagd verwendet wurden? Die zwei, die sich die ganze Wanderung vor absolut nichts gefürchtet haben, vorher sogar noch abenteuerlich einen Zaun passiert haben und zudem alles hier bestens zu kennen scheinen?

Mir fällt plötzlich das gerissene Schaf ein, das wir vorher passiert haben. Ist dieses Schaf vielleicht ein Hinweis auf das Tier, das da vorne unter dem Baum liegt? Haben wir etwa ein Tier bei seinem Verdauungsnickerchen gestört? Wenn, dann muss es ein sehr gefährliches Tier sein. Sonst würden sich die Hunde ja kaum fürchten. Kann es vielleicht ein Leopard sein?

Ich wüsste wirklich gerne, was es war, das sich da nur wenige Meter von uns entfernt aufgehalten hatte. Leider werde ich es nie erfahren, denn wir sind dem Instinkt der Farmhunde gefolgt und den gleichen Weg zurück gegangen. Ein massiver Umweg, aber vielleicht war es das Beste? Was meint Ihr?

Happy Hiking,
Eure Travel Sisi

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